Referenzletter 03/2010: Facelifting mit neuer Ganzglasfassade

Wenn ein weltbekannter Beauty- und Kosmetikhersteller wie L’Oréal ein Gebäude modernisiert, dann gehört natürlich eine perfekte Optik zu den wichtigsten Zielsetzungen. Am Standort in Karlsruhe wurde das umgesetzt – mit einer stilistisch eindrucksvollen Ganzglasfassade, die nicht nur optisch, sondern auch technisch einiges zu bieten hat.

Deutschland ist für L’Oréal nach den USA und Frankreich gemessen am Absatz der drittgrößte Markt weltweit. In Karlsruhe steht das einzige deutsche Werk, zugleich eine der modernsten europäischen Produktionsstätten von L’Oréal. Gefertigt werden hier vor allem Haar- und Hautpflegeprodukte. Entsprechend anspruchsvoll waren die Anforderungen an die Sanierung und die Aufwertung des Erscheinungsbildes der Produktionsstätte. Gestalterisch realisiert wurde dieser Anspruch durch den Einsatz einer Ganzglasfassade.

Fassaden dieses Typs sind heute ein fester Bestandteil zeitgenössischer Architektur, sie schaffen Bauwerksansichten, die ihre Umgebung prägen. Diesen Gedanken verwirklichte das Büro Behnisch Architekten aus Frankenthal mit der Sanierung des Produktionsgebäudes der L’Oréal Produktion GmbH in Karlsruhe auf eindrucksvolle Art und Weise. Das gilt nicht nur für das optische Erscheinungsbild, sondern auch für das mit der Modernisierung erreichte Niedrigenergiehaus-Niveau.

Das rechteckige Gebäude in der Hertzstraße stammt aus dem Jahr 1978 und umfasst sechs Stockwerke. Zum Zustand vor der Sanierung heißt es bei Behnisch Architekten: „Das Gebäude hatte eine mineralische Wärmedämmung (5 cm) und eine Eternitverkleidung. Die Fassade hatte viele Kältebrücken und war für Vögel ein idealer Nistplatz. Ein weiteres Problem war die für heutige Maßstäbe verhältnismäßig große Maßungenauigkeit des Betonskelettbaus.“ Die Modernisierung der Fassade fand bei laufendem Betrieb statt, durchgeführt wurde die Maßnahme von der Metallbau Obermaier GmbH (Raubling).

Zum Einsatz kam eine vorgehängte teilweise hinterlüftete Ganzglasfassade nach dem Structural-glazing-Prinzip, welche die Komponenten Witterungsschutz, Wärmeschutz durch integrierte Mineralfaserdämmstoffe und individuelle Gestaltungsmöglichkeiten perfekt in sich vereint. Die edle Optik entsteht durch die rahmenlosen Glas-Elemente (Steindl Glas, Itter, Tirol), befestigt auf einer Pfosten-Riegel-Konstruktion aus Aluminiumprofilen von WICONA. Die maximale Glasgröße im Hoch- und Querformat beträgt laut Glashersteller 2.500 x 6.000 mm. Ab der Einbauhöhe von acht Metern wurden am Objekt in Karlsruhe alle Gläser mit einer mechanischen, nicht sichtbaren Nothalterung ausgeführt. Verwendet wurde Zweischeibenisolierglas mit einem U-Wert von 1,1 W/(m²K) und einem g-Wert von 44 Prozent.
Das eingesetzte Structural Glazing Fassaden-System stammt von Steindl Glas. Es eröffnet durch die innovative Befestigungstechnik eine neue, einfachere Möglichkeit für den Bau von Ganzglasfassaden. Als klassische Pfosten-Riegel-Fassade konzipiert, wird die Isolierverglasung im Bereich des Randverbundes gehalten. Optisch als ansprechende SG-Fassade ausgeführt, sind Fassaden mit dieser Technik schneller und kostengünstiger zu realisieren als Fassaden mit Rahmenkonstruktionen. Höchste Anforderungen an die Leistungseigenschaften sind durch die Kooperation mit spezialisierten Glas- und Fassadenherstellern wie Steindl Glas möglich. Dreifachglas bis 55 mm Füllungsdicke, passivhaustaugliche Konstruktionen oder Brandschutzanwendungen wurden auch bereits ausgeführt.

Ein weiteres Charakteristikum des L’Oréal-Gebäudes sind die in die Fassade integrierten Senkklappfügel – zum damaligen Modernisierungszeitpunkt eine Sonderkonstruktion, die inzwischen Eingang gefunden hat in die Entwicklung des neuen Öffnungselementes WICLINE 90SG von WICONA. Als Senkklapp- oder als Parallel-Ausstellflügel kann WICLINE 90SG flächenbündig in die Ganzglasfassade oder in WICONA Pfosten-Riegel-Fassaden mit äußerer Andruckleiste integriert werden. Für einen optimalen Wärmeschutz ermöglicht WICLINE 90SG eine Ausstattung mit Doppel- oder Dreifachglas. Dabei wird durch die Verglasungstechnik ohne Stufenglas für den Auftraggeber ein Preis- und Sicherheitsvorteil erzielt.

Seit der Fassadenmodernisierung erreicht das Gebäude laut Behnisch Architekten Niedrigenergiestandard mit einem Primärenergiebedarf von 74 kWh/m²a. Wesentlichen Anteil daran hat die Fassadenkonstruktion in Verbindung mit der integrierten Wärmedämmung. Auf dem Dach arbeitet eine Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 15,3 kWp, deren Strom in das öffentliche Netz eingespeist wird. Die Warmwasserbereitung der im Keller befindlichen Wasch- und Duschanlagen für die Mitarbeiter der Produktion regelt eine auf dem Dach des Betriebsrestaurants montierte Solaranlage mit einer Leistung von 2,5 m³ WW/T.

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