Referenzletter 01/2010: Perfekte Integration

WICONA Pfosten-Riegel-Fassade mit integriertem Sonnenschutz sorgt für komfortable Arbeitsbedingungen im Verwaltungsgebäude. Die Neuentwicklung mit Warema vermeidet die sensible Schnittstelle zwischen Gewerken, erhöht den Nutzerkomfort und erleichtert die Montage.

Die Firma GPM – Geräte- und Pumpenbau Merbelsrod – am Südwestrand des Thüringer Schiefergebirges im Landkreis Hildburghausen ansässig, ist ein weltweit erfolgreiches mittelständisches Unternehmen mit Niederlassungen in Indaiatuba (Brasilien), Detroit (USA) und Suzhou (China). GPM entwickelt und baut hochwertige Pumpensysteme für Automobile aller Art. Das Unternehmen charakterisiert sich selbst als Technologieführer und gefragter Entwicklungspartner der weltweiten Automobilindustrie. Es beschäftigt rund 500 Mitarbeiter.

Die lebhafte Unternehmensentwicklung der vergangenen Jahre ließen das erst im Jahr 2002 errichtete Verwaltungsgebäude in Merbelsrod zu eng werden. Es wurde im Sommer 2008 aufgestockt, um bessere Arbeitsbedingungen für Konstruktionsabteilung, Vertrieb und Marketing zu schaffen. 

Der Komplex ist ein L-förmiger Anbau (Spange) an das Fertigungsgebäude FB VI mit einer Schenkellänge von 42 m und 48 m sowie einer Geschosstiefe von 18 m im EG
und 12 m im 1. und 2. Obergeschoss (Systemmaß 6,00 m). Das neue, zweite Stockwerk vergrößert die Bruttogeschossfläche des Gebäudes um weitere ca. 970 m² Bürofläche. Bei der Aufstockung handelt es sich um ein Stahlgerüst, das im Dachbereich eine tragende Trapezblechkonstruktion mit Wärmedämmung, Dachfolie und Bekiesung erhält. Die Außenwand bildet eine hochwärmegedämmte Fassade bestehend aus einer Pfosten-Riegel-Glasfassade (3-fach-Verglasung) von WICONA und einer vorgehängten hinterlüfteten Leichtmetallfassade aus genieteten 4 mm starken Aluminiumverbundplatten.

Dass die neue Fassade perfekt zum Selbstverständnis des Bauherren passt, liegt unter anderem daran, dass Architekt Gerald Witter aus Waldau eine echte Neuentwicklung einplante: Es handelt sich um die technische Integration eines außenliegenden Sonnenschutzes in die Fassadenkonstruktion. Das System ist eine gemeinsame Entwicklung von WICONA, führender Systemanbieter für Aluminiumkonstruktionen aus Ulm, und Warema, Marktführer für Sonnenschutzsysteme aus Marktheidenfeld. Der Metallbau-Fachbetrieb Itema aus Suhl übernahm Fertigung und Montage der Fassadenelemente. Architekt und Metallbauer hatte die Neuentwicklung anlässlich einer Präsentation der beiden beteiligten Lieferanten überzeugt. 
 

Probleme an der Schnittstelle Sonnenschutz / Fassade

Bei der Montage herkömmlicher Sonnenschutzsysteme an Fassaden treten wiederkehrende Probleme auf: Kleine Änderungen der Maße, die Suche nach dem statisch richtigen Befestigungspunkt oder das Setzen der Halterungen können einigen Aufwand verursachen und gelegentlich Fehler produzieren. Gleichzeitig wachsen die Anforderungen, die an Fassaden gestellt werden. Sie sollen elegant und harmonisch aussehen, müssen statischen Anforderungen entsprechen, den Lichteinfall steuern, zu einem gesunden Raumklima beitragen und gleichzeitig Klimaschutzziele verwirklichen und das ökonomische Betreiben des Gebäudes ermöglichen. Das bedeutet, Wärmegewinne für das Gebäude zu erbringen, aber gleichzeitig dem sommerlichen Wärmeschutz zu dienen, blendfreie Arbeitsplätze zu ermöglichen und die Belüftung sicherzustellen. Zudem haben alle Beteiligten – Planer, Fassadenbauer, Eigentümer - ein vitales Interesse an einfachen und schnellen Planungs- und Montageprozessen bei hoher Ausführungssicherheit.

Den Fachleuten von WICONA und Warema war klar, dass die Fassade der Zukunft ganzheitlich geplant werden muss, wobei alle am Fassadenbau und der technischen Gebäudeausrüstung beteiligten Verfahren, Baustoffe und Gewerke aufeinander abgestimmt funktionieren. Die Unternehmen taten einen großen Schritt in diese Richtung, indem sie den außen liegenden Sonnenschutz in das Fassadensystem WICTEC integrierten.


Innovative Lösung

Die großen Vorteile zeigen sich bereits während der Planung der Fassade. Das Aufmaß zur Fertigung der Fassade und deren Konstruktion mit Hilfe der WICTOP Planungssoftware schließt alle Maße für den Sonnenschutz ein. Das bisher übliche erneute Vermessen oder die Datengewinnung aus Zeichnungen zur Planung des Sonnenschutzes sind nicht mehr erforderlich. Und das bedeutet auch: Änderungen an der Bemessung der Fassadenkonstruktion werden automatisch auf die Bemessung des Sonnenschutzes übertragen. Hier kann es keinen Informationsverlust mehr geben. Alle Befestigungselemente des Sonnenschutzes sind als Teil der Fassadenkonstruktion geplant, auf die erforderliche statische Belastung hin ausgelegt und geprüft. Montagefehler und deren Folgen, wie sie sich aus falsch positionierten Befestigungen ergeben können, werden vermieden.

In die außen liegenden Deckleisten der Pfosten-Riegel-Konstruktion des Fassadensystems WICTEC 50 sind Führungsschienen für den Sonnenschutz integriert. Die nachträgliche Montage von Befestigungsbolzen in den Pfosten entfällt. Zusätzliches oder nachträgliches Bohren auf der Baustelle gehört der Vergangenheit an. Die kunststoffummantelten Befestigungselemente der Raffstoren sind schwimmend gelagert, so dass sich die Schallübertragung auf den Baukörper vermindert, die Raffstoren leiser laufen und die thermisch bedingten Längenänderungen kompensiert werden. Diese sind so perfekt bemessen, dass sie den Lichteinfall auf ein Minimum reduzieren, wodurch sie auch ihre Funktion als Blendschutz besser als herkömmliche Systeme erfüllen. Die Integration des Sonnenschutzes hinter die Deckleisten der Fassadenkonstruktion bringt zudem erhebliche Vorteile hinsichtlich der möglichen Windbelastungen. Während herkömmliche Raffstorenanlagen für Windbelastungen bis maximal 17 m/s ausgelegt sind, widerstehen in die WICTEC Fassade integrierte Raffstoren je nach Ausführung Windbelastungen bis 25 m/s. Da bleibt der Sonnenschutz wirksam, selbst wenn es stürmt.

Dieses innovative System erhöht die Planungs- und Ausführungssicherheit für die beteiligten Unternehmen erheblich. Der Zeitaufwand für Planung und Montage verringert sich maßgeblich. Planung und Bestellung des Sonnenschutzes sind integraler Bestandteil der Wicona-Software WICTOP. Der Auftraggeber hat nur einen verbindlichen Ansprechpartner.
 

Erste Bewährungsprobe in Merbelsrod

41 Fassadenelemente erstellte Itema für die Aufstockung des Gebäudes der GPM. „Neue Dinge in den Fertigungsprozess einzubeziehen erfordert sonst immer erhöhten Zeitaufwand. In diesem Fall mussten jedoch nur ein paar Kleinteile zusätzlich in die Fassadenpfosten montiert werden. Eine einzige Schablone zur Verprägung des Keders in die Führungsschiene haben wir neu erwerben müssen. Das war alles. Der Mehraufwand hält sich also in Grenzen.“, berichtet Geschäftsführer Hubert Arnold und ergänzt: „Meine Mitarbeiter sehen in neuen Dingen aber auch oft eine Chance zur Optimierung ihrer täglichen Arbeit. Wir haben im April 2008 in Leipzig eine Schulung der Unternehmen besucht und uns war klar, das integrierte System wird uns in Zukunft die Arbeit erleichtern.“

Die Erfahrungen dieses ersten größeren Bauvorhabens mit der neuen Fassadenkonstruktion mit integriertem Sonnenschutz sind sehr erfreulich: Die Montage sei im Gegensatz zur Installation einer herkömmlichen Raffstorenanlage ein Kinderspiel gewesen. Der Sonnenschutz müsse nicht mehr wie gewohnt separat ausgerichtet werden. Das Lot werde über die ausgerichtete Fassade vorgegeben. Die Raffstoren würden von unten eingeführt, weshalb die Druckleiste und das Deckprofil im unteren Bereich der Pfostenprofile als Kurzstücke ausgeführt und nach der Montage des Sonnenschutzes wieder montiert werden, beschreibt Itema die Vorgehensweise.

Vorteile für alle

Die hochwertige Fassadenkonstruktion findet ihre Entsprechung in einer qualitativen Inneneinrichtung zu deren technischer Ausstattung u. a. Doppelböden gehören. Eine Wärmepumpe nutzt die Abwärme aus der Fertigung und sorgt gemeinsam mit der zentralen Lüftungs- und Kühlanlage sowie der außen liegenden horizontalen Sonnenschutz-Lamellen-Anlage für angenehme klimatische Verhältnisse in den Räumen. Das erweiterte GPM-Bürogebäude mit dieser funktionellen WICTEC 50 Fassade erfüllt selbstverständlich die Anforderungen der aktuellen EnEV.

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