Referenzletter 02/2009: Elementfassade im edlen Bronze-Look

Mit hanseatischer Eleganz prägt das 90 Meter über die Elbe ragende Empire Riverside Hotel die Skyline des Hamburger Hafens. Das 2007 eröffnete Hotel liegt im Dreieck zwischen HafenCity, Elbstraße und Hamburger Innenstadt. Gestaltet wurde der imposante Komplex vom britischen Stararchitekten David Chipperfield und seinem Team.

Den Ausgangspunkt für den Entwurf des Empire Riverside Hotels bildete für die Architekten nach eigener Darstellung die besondere städtebauliche Situation des Grundstücks – ein ehemaliges Industrieareal der Bavaria-Brauerei im Zentrum der Stadt. Oberhalb der St. Pauli Landungsbrücken liegt das Gelände zwischen zwei stark divergierenden Stadt-räumen: auf der einen Seite nach Osten Hamburgs Innenstadt mit seinen markanten Bürger-, Handels- und Kontorhäusern und auf der anderen Seite nach Norden und Westen St. Paulis kleinstädtische Gründerzeitbebauung mit zumeist 4- bis 5-geschossigen Gebäudeblöcken. Die Grundidee des Entwurfs bilden drei durch Abstufungen miteinander in Beziehung stehende Baukörper: der Hotelturm, der L-förmige Sockel des Hotels und das „Brauhaus“ - ein eigenständiges Büro- und Geschäftshaus. In seiner formalen Ausbildung fungiert das Gebäude-ensemble als Bindeglied zwischen den unterschiedlichen Stadträumen. Durch die räumliche Gliederung der einzelnen Baukörper korrespondiert es mit dem jeweiligen städtischen Umfeld. Die Baukörper des Brauhauses und der L-förmige Sockel des Hotelgebäudes, welche die westlichen Geländekanten besetzen, stellen durch die Aufnahme der histor-ischen Traufkante das ehemalige Profil der gründerzeitlichen Straße wieder her. In ihrer Mitte formiert sich ein neuer, offener Stadtraum. Das Brauhaus und der neue Platz sind inhaltlich und maßstäblich dem „Alten Kiez“ (St. Pauli) zugeordnet. Auch der L-förmige Hotelsockel orientiert sich an der Maßstäblichkeit des „Alten Kiezes“, fungiert jedoch als öffentlicher Eingangs- und Konferenzbereich für das Hotel.

Im Kontrast dazu, dicht an der topografisch markanten Geestkante platziert, erhebt sich der Hotelturm mit insgesamt 21 Vollgeschossen und fügt sich in seiner formalen Ausbildung mit Vor- und Rücksprüngen als schlankes vertikales Element in die Topographie der „Hafenkrone“ ein.
In der südlichen Straßenflucht stellt der Turm räumliche Beziehungen zum benachbarten Astra-Turm und zum Kirchturm der St. Michaelskirche her.

Das Empire Riverside Hotel ist eines der größten Privathotels Hamburgs und zugleich auch eines der faszinierendsten. „Unsere Gäste lieben das Ambiente und vor allem die Aussicht, die sich ihnen auf die Hansestadt bietet“, so Tim Henrik Göhring, Direktor Geschäftsentwicklung des Lifestyle-Hotels. Das 67 Millionen Euro teure Haus verfügt über 327 Zimmer und Juniorsuiten. Maria Zedler (Chipperfield Architects) zur weiteren Gestaltung: „Innenräumlich gliedert sich das Gebäude in die öffentlich zugänglichen Bereiche im 4-geschossigen Sockel mit Lobby, Lobby-Bar, Konferenzräumen, Restaurant, Frühstücksraum, Ballroom und Lounge sowie die privateren Bereiche der Hotelzimmer in den 17 Geschossen des Hotelturms. Den Abschluss bildet eine Bar mit Panoramablick im obersten Geschoss. In der Mitte des Sockels liegt eine viergeschossige Eingangshalle, die über ihre offene Struktur die öffentlichen Einrichtungen visuell miteinander verbindet und so dem Gast eine leichte Orientierung ermöglicht.“

Markenzeichen eines jeden Zimmers ist die geschosshohe Panoramaverglasung über die gesamte Zimmerbreite. Gäste, die die sogenannten Riverview-Zimmer bewohnen, können sogar durch zwei geschosshohe verglaste Wände blicken. Highlight des Hauses ist die Lounge & Bar „20up“ in der 20. Etage des Hotels. Blicken die Gäste in fast 90 Metern Höhe durch die sieben Meter hohen Panoramafenster, liegen ihnen Elbe, Hafen und St. Pauli zu Füßen. Etwas Besonderes ist auch der 305 m² große, doppelgeschossige „Ballroom“ des Hotels. In diesem können bis zu 400 Gäste tagen. Auch hier hat Chipperfield zwei Wandflächen mit einer bodenlangen und sieben Meter hohen Verglasung versehen. Auffällig sind die 151 Bronzelamellen an der Decke des „Ballrooms“, die eine optische Einheit mit der Außenfassade des Hotels bilden.

Die homogene Schicht der feingliedrigen Fassade fasst das skulpturale Gebäudeensemble zu einer Einheit zusammen und betont die Vertikale. Die aus Baubronze vorgefertigte Fassadenbekleidung (Elementbauweise) fügt sich in ihrer Farbigkeit und materiellen Eigenschaft in die Patina der überwiegend aus rotem Backstein und Kupfer bestehenden „Hafenkrone“ ein, heißt es im Internetportal architekten24.de über die Fassade des Hauses. Geplant wurde sie vom Münchner Ingenieurbüro R+R Fuchs, ausgeführt von der Metall- u. Elementbau Haskamp GmbH & Co.KG aus Edewecht.

Die Fassadenkonstruktion wurde mit dem WICONA Elementfassadensystem WICTEC EL ausgeführt. Sie zeichnet sich durch geringe Ansichtsbreiten von 65 mm und die besonders edle „gläserne“ Optik aus. Für die Fassade des Empire Riverside Hotels wurden insgesamt rund 6.300 m² Sicherheitsglas und ca. 42 Kilometer Aluminiumprofile von WICONA verwendet. Die einzelnen geschosshohen Fassadenelemente mit einer Größe von jeweils 3750 x 2900 mm wurden bei Metall- u. Elementbau Haskamp in Edewecht gefertigt und mit Verglasung, teilweise Brüstungs-platten sowie integriertem Sonnenschutz komplett ausgestattet. Die Montage erfolgte vor Ort bis in den 20. Stock des Gebäudes ohne Gerüst und sozusagen im Stundentakt. Die gesamte Fassade erreicht durch die optimierte Planung und das effiziente Fassaden-system den sehr günstigen Ucw-Wert von 1,3 W/(m²K). Integriert in die Konstruktion sind WICONA Lüftungsklappen. Mit diesen manuell zu bedienenden Öffnungselementen in einer Breite von 260 mm kann der Hotelgast selbst für eine natürliche und indivi-duelle Belüftung sorgen. Eine hohe Herausforderung war dabei die Einhaltung der geforderten vertikalen Schalllängsleitung von 64 dB, doch auch dies wurde durch die effiziente Planung und Systemtechnik erreicht.

Das charakteristische Erscheinungsbild der Hotelfassade entsteht durch die Beschichtung mit Baubronze, einer Legierung aus Kupfer, Zinn, Mangan und Blei bzw. Eisen. Nach Angaben des Hotels wurden etwa 120 Tonnen
dieses Materials verwendet, es setzt durch die Patina ausdrucksstarke optische Akzente, die vom Architekten genau so beabsichtigt sind.
„Die Bronzefassade macht das Empire Riverside Hotel zu einem architektonischen Highlight der Stadt“, urteilte David Chipperfield schon bei der Montage des letzten Fassadenelementes über seinen Gestaltungsvorschlag – er sollte Recht behalten.

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