Die Stadt der Zukunft gestalten

250 Architekten und Fassadenbauer bei WICONA Event in München

„Werk 3“, 6. Stock – ein ehemaliges „Pfanni“-Produktionsgebäude mitten auf dem Gelände des früheren Kunstparks Ost, der in den nächsten Jahren zu einem neuen „Werksviertel“ umgestaltet wird - hierhin hatte die WICONA Sapa Building Systems GmbH Planer, Architekten, Investoren und Fassadenbauunternehmen eingeladen, um die Idee und das Konzept „Gemeinsam die Stadt der Zukunft gestalten“ zu präsentieren.

Geschäftsführer Henri Gomez, Vertriebsleiter Ralf Seufert, Oliver Haberkorn (Leiter Projektberatung) und Torsten Föllmer (Leiter Key Account Management) begrüßten die Gäste mit einer kurzen Vorstellung des Unternehmens und der Marke WICONA. Gomez betonte dabei die Vielzahl der Innovationen, die unter diesem Namen in den letzten Jahrzehnten auf den Markt gekommen sind. Er kündigte für den Abend an, den Gästen einen ersten Exklusiv-Überblick über die Neuheiten zur BAU 2017 zu geben: „Mit diesen Innovationen kommen wir dem Ziel näher, gemeinsam die Stadt der Zukunft zu gestalten“, so Gomez. Wie das aussehen kann zeigte eine kurze Präsentation aktueller WICONA-Objekte weltweit, vom Neufoundland Tower in London bis zum noch von Zaha Hadid entworfenen 520 W@28th Street in New York City. In London kommt dabei erstmals eine Elementfassade mit den neuen Pull + Slide-Fenstern zum Einsatz, in NYC ist es eine Fassaden-Sonderkonstruktion mit motorisierten nach außen öffnenden Fenstern.

So eingestimmt führte die Regie des Abends die Gäste zurück nach München. Johann Spengler, Geschäftsführer von Steidle Architekten, stellte das Konzept für das neue „Werksviertel“ vor. „Wir werden hier nicht alles plattmachen, sondern wollen vielmehr Impulse aus vorhandener Bausubstanz schöpfen“, so Spengler. Wie eine gelungene Verbindung von Alt und Neu aussehen kann zeigte er anhand des Gebäudes „Werk 3“ mit seinen An- und Aufbauten und einer Vielzahl unterschiedlicher Nutzer vom Künstleratelier bis zu IT-Labor eines Konzerns. „Eine Stadt ist nie fertig“, lautete Spenglers Fazit und jeder im Saal stimmte ihm mit Blick auf das neu entstehende Werksviertel zu.

Worin liegen die Herausforderungen, wenn man „die Stadt der Zukunft gestalten“ will, und welche Lösungsansätze gibt es dazu? Dr.-Ing. Werner Jager, Professor an der Universität Augsburg und Inhaber des Bauphysikfachbüros ai3, beantwortete diese Fragen im Wechsel mit den Verantwortlichen von WICONA, die zu einzelnen Phänomenen insbesondere rund um die Gebäudehülle die aktuellen Neuheiten ergänzten, die demnächst auf der BAU live zu sehen sind.

 

Dr. Jager skizzierte anhand zahlreicher wissenschaftlicher Studien und Forschungsergebnissen die wichtigsten Einflüsse, die in urbanen Regionen auf Fassaden einwirken: Sicherheit (Brand- und Einbruchschutz), Lärm (Schallschutz), Wind und Sturm, Emissionen, Überhitzungsphänomene (sommerlicher Wärmeschutz) und Licht gehören für ihn dazu.

Eine zentrale Rolle zur Begegnung der Überhitzung in der Stadt der Zukunft misst Dr. Jager den Fassadenbeschichtungen zu. WICONA arbeitet derzeit an einer eigenen Farbpalette, die zur BAU vorgestellt wird. Darunter sind Beschichtungen mit antibakteriellen, antiviralen Eigenschaften z.B. zum Einsatz in Alten- und Pflegeheimen – und mit solar-reflektierenden Eigenschaften, um die Oberflächentemperaturen von besonnten Flächen deutlich zu verringern.

Beim Dauerthema Lärm in der Stadt steigen die Anforderungen des Gesetzgebers und der Behörden an Fassaden weiter. Mit dem WICLINE 115 AVS hat WICONA hierzu ein neues Verbundfenster entwickelt, das mit einer geringeren Bautiefe (115 mm) eine Schalldämmung von 50 dB erzielt. Diese Schalldämmmaß entspricht dem einer 200 mm dicken Betonwand. Der Sonnenschutz kann so integriert werden, dass der obere Jalousetten-Kasten und die seitliche Führung in der Profilkontur optisch verschwinden. Der Uw Wert dieses Fensters liegt bei unter 0,80 W/(m²K).

 

Tageslicht ist laut Dr. Jager in vielfacher Hinsicht für die Bewohner der Stadt der Zukunft unverzichtbar, insbesondere unter den Aspekten Wohnklima und Energieeffizienz. Diesem Kriterium entspricht WICONA zur BAU 2017 mit einem komplett neuen Fensterkonzept: Die Serie Maximal bietet mit einer Ansichtsbreite der Rahmen-Flügel-Kombination von insgesamt nur 74 mm um bis zu 30% weniger Rahmenanteil und entsprechend mehr transparente Fläche. Neu in diesem Zusammenhang ist das Faltschiebe-Fenster AMBIAL, das mit nur wenig unterschiedlichen Bauteilen Lösungen mit bis zu 10 Elementen und 12 m Gesamtbreite bei einer maximalen Höhe von 3000 mmm ermöglicht.

Um die Behaglichkeit in den Bereichen Licht inkl. sommerlicher Wärmeschutz und Luftqualität im Innenraum zu erhöhen setzt WICONA auf den Ausbau der Closed Cavity Fassadentechnik (CCF). Dieses System kombiniert maximale Transparenz (Formate der Elemente bis 2.5 x 5.5 m), höchsten Schallschutz (Schalldämmwerte der Fassade > 50 dB) und perfekte Dichtigkeit gegen Verunreinigungen von außen mittels aktiver Spülung durch Trockenluft, die hier medizinischer Qualität entspricht.

Nachdem auf der letzten BAU erste Ansätze zur CCF zu sehen waren, kann man bei WICONA inzwischen auf drei realisierte Projekte in der Schweiz verweisen. Eines davon ist das Verwaltungsgebäude der AXA Versicherung in Zürich. Die Präsentation dieses Objektes durch Adrio d’Agostinis (Mebatech AG) bildete den Abschluss im Programm des Events. Im Mittelpunkt stand der Veränderungsprozess an der Fassadenstruktur im Rahmen der Sanierung sowie die Entwicklung und der Einbau der CCF Elemente durch den Fassadenbauer App (Leutkirch). Allein für die Konstruktion dieser Fassade wurden insgesamt 40 neue Profile gefertigt. Zwei Kompressoren regulieren die Trockenluft-Versorgung der CCF Elemente. Das Systemprinzip und seine Möglichkeiten für Multifunktionsfassaden in der Stadt der Zukunft wird auch in München auf der BAU einen Schwerpunkt am WICONA Stand darstellen.

Beim anschließenden Empfang wurden die Vorträge und die Innovationen lebhaft diskutiert, Gäste und Gastgeber nutzten die Möglichkeit zum intensiven Dialog.

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