Glaskubus mit unsichtbaren Raffinessen

Erweiterungsgebäude der Bucerius Law School in Hamburg mit Sonderkonstruktionen der Marke WICONA Ulm / Tübingen, im Januar 2008. Anbauten an historische Gebäude erfordern Sensibilität wie die Erweiterung der Bucerius Law School in Hamburg zeigt. Einerseits steht der Neubau mit seiner transparenten Fassadengestaltung in starkem Kontrast zum bestehenden Hauptgebäude, andererseits bekennt er seine Zugehörigkeit auf individuelle Art und Weise.

Der Glaskubus grenzt in Verlängerung des Ostflügels an das bestehende historische Gebäude an. Im Erdgeschoss befinden sich ein Hörsaal für rund 100 Per­sonen sowie die Mensa, die Obergeschosse bieten 460 Bibliotheks-Arbeits­plätze für die Studierenden der privaten Hochschule für Rechtswissen­schaft. Als Schnitt­stelle zwischen urbaner Struk­tur und historischer Park­landschaft wurde der Neubau ganz in Glas gestaltet. Lediglich der Hörsaalkörper in Form einer Ellipse löst die Strenge der kubischen Bauform auf – er schiebt sich im Erd­geschoss aus dem gläsernen Kubus und markiert den Eingang des neuen Bibliotheksgebäudes.

Die Ganzglas­fassade verleiht dem Neubau einen von Leichtigkeit und Eleganz geprägten, eigenstän­di­gen Charakter. Sie bezieht sich in ihrer Materialität eindeutig auf die Historie des Ortes, auch wenn sie im starken Kontrast zu den massiven Wänden der histori­schen Gebäude steht. Weiter wurde ein markantes Farbkonzept für die Fassade des Neu­baus entwickelt. Unterschiedlich bedruckte Glas­elemente korrespondieren in ihren Farbtönen mit dem Altbau und schaffen eine Verbindung zwischen traditioneller und moderner Architektur. Zudem erinnert die dynamische Anordnung der unterschiedlich bedruckten Glaselemente an die Optik eines Bücher­regals und spiegelt auf diese Weise die Hauptnutzung des Gebäudes wider. Zweige­schossige, verglaste Wintergärten sind in die Fassade eingebunden und sollen den Studenten als  Rückzugsort und Kommunikationszone dienen. Die Wintergärten bilden klimatisch und räumlich eigenständige Zwischenräume und stellen durch die Bambus-Bepflanzung eine Verbindung zwischen Gebäude und Park her.

Die Ganzglasfassade des Neubaus wurde in Structural-Glazing-Optik ausgeführt auf Basis der Element­fassade WICTEC EL der Marke WICONA. Die Sonderkons­truktion ermöglicht die Fassade in der Außen­ansicht ent­sprechend den formalen Vorgaben der Architekten weitestgehend zu reduzieren: lediglich die vertikalen Glaselemente und schmale Glashalteleisten bestimmen die Optik. Eine Besonderheit sind in die Fassade integrierte Parallel­ausstell­fenster. Durch die Entwicklung von Sonderprofilen konnten diese motorisch betriebenen Fenster in der Ansicht unsichtbar in die Konstruktion integriert werden. Die drei unterschiedlichen Elementtypen – transparente Festverg­lasung, transparente Verglasung mit Parallelausstellfenster sowie farbig emaillierte Fest­verglasung – haben eine Breite von 725 mm und sind bis zu fünf Meter hoch. Der ausfüh­rende Metallbaubetrieb Würfel Metallbau hat die Elemente inklusive Wärme­dämmung und Verglasung in seinem Werk in Sontra vorgefertigt. Anschlie­ßend wurden die Elemente in Montagereihen­folge verladen und per LKW auf die Baustelle transportiert, um direkt vor Ort montiert zu werden.

Der hohe Vorfertigungsgrad der Fassade sowie die gute Logistik von Würfel Metallbau ermöglichten eine zügige Mon­tage vor Ort. So konnte das Bauvorhaben trotz individueller Fassadenkonstruktion in sehr kurzer realisiert werden.

 

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