Ausgezeichnete Transparenz

DEG-Zentrale in Köln mit elementierten Verbundfassaden von WICONA erhält DGNB-Gütesiegel in Gold. Anfang des Jahres erhielten hierzulande die ersten Gebäude das Gütesiegel der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB). Kürzlich abgeschlossen wurde nun das Bewertungsverfahren für die neue Zentrale der DEG - Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft mbH in Köln: Der Komplex ist das Drittbeste aller bisher bewerteten Gebäude und erhält auf der „Consense 2009“ das DGNB-Gütesiegel in Gold. Ein Teil der Fassade für diesen Neubau wurde mit Aluminiumprofilen der Marke WICONA errichtet.

Die DEG wurde 1962 gegründet und ist heute einer der größten Entwicklungsfinanzierer Europas. Sie fördert durch Bereitstellung von Kapital private Investitionen in Entwicklungs- und Reformländern mit dem Ziel, zu nachhaltigem Wachstum und zur Verbesserung der Lebensbedingungen der Menschen vor Ort beizutragen. Allein 2008 hat die DEG rund 1,22 Milliarden Euro in 42 Ländern als Beitrag zur Armutsreduzierung investiert.

Die neue Zentrale zwischen Kämmergasse und Nord-Süd-Fahrt in der Kölner Innenstadt erlebte im Herbst 2008 ihre offizielle Einweihung. Geplant wurde das kubusförmige Gebäude von JSK Architekten (Düsseldorf), deren Entwurf im Rahmen des von der DEG ausgelobten Architektenwettbewerbs prämiert worden ist. Innerhalb einer Bauzeit von 28 Monaten realisierte die Firmengruppe Max Bögl als Generalunternehmer den Komplex mit einer Bruttogeschossfläche von über 23.000 m². Die Gesamtkosten des Bauvorhabens betrugen rund 54 Mio. Euro.

Für die gewünschte Transparenz des Gebäudes erhielten die beiden Längsseiten eine hochwertige Verbundglasfassade. Als Schnittstelle zum öffentlichen Raum steht das gebäudehohe Atrium. Dessen verglastes Cabrio-Dach lässt sich zu zwei Dritteln auffahren und verwandelt so den Innenhof bei schönem Wetter in einen Open-Air-Bereich.

Die großflächig geschosshoch verglasten Straßenfassaden sind als elementierte Verbundfassaden konzipiert. Nach den Planungen des Ingenieurbüro Willms (Roetgen / Aachen) wurden die Fassaden als komplette Sonderkonstruktion von WICONA umgesetzt. Die Verbundfassaden-Elemente haben Rastermaße (B x H) von 2500 x 3385 mm. Die Flügelgröße liegt bei ca. 1200 x 3200 mm (B x H), das Flügelgewicht für Doppelflügel (Lüftung- mit Putzflügel beträgt rund 280 kg. Wolfgang Willms: „Die Elemente besitzen eine innere Isolierverglasung und eine äußere Einfachverglasung, die zu einem dampfentspannten Gesamtpaket gekoppelt sind. Sie bieten neben exzellenten technischen Werten, die konventionelle Doppelfassaden deutlich übertreffen, eine zuverlässige Funktion des Sonnenschutzes, der sich vor Umwelteinflüssen geschützt im Zwischenraum befindet. Dieser ist so konzipiert, dass auf einen zusätzlichen, innenliegenden Blendschutz verzichtet werden kann.“
Zur natürlichen Belüftung der Büros sind die Fassaden zu öffnen. Hierzu wird jedes zweite Element elektromotorisch nach außen geöffnet (max. 120 mm). Da die Elemente geschosshoch sind, öffnet sich somit das gesamte verglaste Fassadenbauteil. Zusätzlich zur natürlichen Lüftung besitzen die Fassaden An-schlussmöglichkeiten für dezentrale Lüftungsgeräte, die im Doppelboden untergebracht sind.
Bei den Verbundfenstern zur Neuköllner Strasse wurde auf dieses Öffnungsprinzip verzichtet, da die Räume hier nicht als Büros genutzt werden und die Schallemission der Neuköllner Strasse öffenbare Flügel nicht angebracht erscheinen lässt.

Generell besitzen alle Verbundfenster die Möglichkeit, die äußere Einfachverglasung in Form von Reinigungsflügeln nach außen zu öffnen. „Das Konzept der Verbundfassade verringert den erforderlichen Reinigungsaufwand“, so Wolfgang Willms, „im Normalfall sind nur zwei Flächen, wie bei einer einschaligen Fassade, zu säubern. Eine Reinigung des Verbundzwischenraumes ist nur ca. alle 2 Jahre erforderlich.“
Ausgeführt wurden die Fassadenarbeiten durch die SMB Stahl- und Metallbau GmbH aus Gundelfingen (Donau). Das erst 2006 gegründete Unternehmen konnte schon mit verschiedenen interessanten Referenzobjekten auf sich aufmerksam machen, darunter das S.Oliver-Headquarter in Rottendorf. Aktuell arbeitet das Unternehmen für die Messe Frankfurt.

Weltoffenheit, Transparenz, Verlässlichkeit, Identität und Fortschritt sind nach dem Willen von Auftraggeber und Planer die Merkmale, die das neue Gebäude gemäß dem entwicklungspolitischen Auftrag der DEG zum Ausdruck bringen soll. Das ist gelungen, denn dieser Grundtenor spiegelt sich auch in der aktuellen Bewertung der DGNB zur Verleihung des Gütesiegels wieder. Das hier angewendete neue Verfahren zur Gebäudezertifizierung gilt als System der zweiten Generation, weil in die Bewertung sämtliche Aspekte nachhaltigen Bauens einfließen. Dazu gehören ökologische und ökonomische Faktoren, aber auch soziokulturelle und funktionale, Prozessqualität, technische Qualität und Standortqualität.
Das Kölner Beratungsunternehmen Green Building Services begleitete das Gebäude seit 2006 mit einem Umwelt- und Gesundheits-Controlling und führte auch das folgende DGNB-Zertifizierungsverfahren durch. Svend Ulmer, akkreditierter DGNB-Auditor, beschreibt den Nachhaltigkeits-Beitrag der Fassade so: „Transparenz, energetische Qualität und Dauerhaftigkeit sowie die Wartungsfrequenzen der Fassadenelemente ergaben wichtige Punkte in den DGNB-Bewertungsbereichen Vi-sueller Komfort, Qualität der Gebäudehülle (thermische, feuertechnische) und Lebenszykluskosten. Zu Recht heißt es daher bei der DGNB über die DEG-Zentrale unter anderem: "Das siebenstöckige Bürogebäude zeichnet sich durch die Einhaltung ökologischer und gesundheitlicher Nachhaltigkeitskriterien aus. So zeigt sich die Umsetzung höchster Energiestandards an der niedrigen Umweltbelastung durch CO2, deren Wert deutlich unter dem eines vergleichbaren Hauses liegt.’“

Beispiele

DEG, Köln

DEG, Köln

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