Architektonischer Dreiklang: Vorbild in Funktion, Gestaltung und Energieeffizienz

Die Feuerwache in Heidelberg erfüllt Passivhausstandard mit Sonderkonstruktionen der Marke WICONA 08.02 2008. Gelingt es, Funktion, Wirtschaftlichkeit und Ästhetik bei einem Gebäude zu vereinen, lässt sich zu Recht von zukunftsfähiger Architektur sprechen. Die Stadt Heidelberg setzt mit ihrer neuen Feuerwache in dieser Hinsicht Maßstäbe.

Sie ist die erste Feuerwache Deutschlands, die im Passivhausstandard errichtet wurde, funktional überzeugt und noch dazu ausgezeichnet gestaltet ist.

Die neue Feuerwache liegt am Stadtrand von Heidelberg, zwischen Bahndamm, Verkehrsschneisen und Kaserne. Die Kölner Architekten Peter Kulka und Henryk Urbanietz verpackten das geforderte Raumpro­gramm in eine Kombination unterschiedlich geformter Kuben, deren klare Linien und schlichte Gestaltung den funktionalen Charakter des Gebäudes widerspiegeln. Mit einer Fläche von rund 9.500 m2 verfügt die Feuerwache im Erdgeschoss über eine Fahrzeughalle mit 30 Stellplätzen, eine Atem­schutz­­übungsstrecke sowie Lager und Werkstätten. Im ersten und zweiten Obergeschoss befinden sich Ruhe- und Aufent­halts­räume sowie ein Fitnessbereich; das dritte Oberge­schoss nimmt Schulungsräume auf. Überragt wird das Gebäude von einem Schlauchturm mit rund 35 Meter Höhe. Dieser vertikale Akzent steht im Kontrast zu der weitest­gehend flächigen und horizontalen Gebäude­ausrichtung wie dem auf v-förmigen Stützen ruhenden filigranen Riegel, der sich über die Fahrzeughalle und darüber hinaus schiebt.Ein schlankes Treppenhaus am Kopfende des Riegels bietet Raum für Verwaltung und die Einsatz­leit­zentrale und greift als Pendant zum Schlauchturm erneut die vertikale Achse auf.

Die Tragkonstruktion der Gebäude besteht aus einem Stützen-Riegel-System mit Stahlbetondecken als Durch­laufträgern. Das äußere Er­schei­­nungsbild der Feuerwache bestimmt eine Blechfassade mit dahinter lie­gen­der Hoch­wärme­dämmung. Die unsichtbar befestig­ten, pulver­beschichteten Aluminium-Kofferbleche betonen mit ihrem liegenden Format von 4,50 Meter auf 1,20 Meter die horizontale Ausrichtung des Gebäudes. Diese technische und reduzierte Gestaltung setzt sich auch in Form und Ausführung der Fensteröffnungen fort. Fensterbänder mit Einspannblend­rahmen und schma­len Öffnungsflügeln auf Basis der Fensterserie WICLINE 77 der Marke WICONA umlaufen die einzelnen Kuben. Durch den Einsatz emaillierter ESG-Paneel­elemente bleibt der gläserne Charakter durchgängig erhalten. In einigen Fassadenberei­chen wurde die Konstruktion bis auf ein Minimum reduziert:  Von außen sind in der Vertikalen keine Andruckleisten mehr zu sehen, da die festverglasten ESG-Paneel­elemente nur mit einer Silikonfuge verklebt sind. Außer der Fensterserie WICLINE 77 kam eine Pfosten-Riegel-Konstruktion auf Basis von WICTEC 50 zum Einsatz.

Um den Passivhausstandard zu erfüllen, sind sowohl die Pfosten-Riegel-Konstruktion als auch die Fenster der Obergeschosse mit einer 3-fach-Verglasung versehen. Die guten Wärmedämm­eigen­schaften der Fensterserie WICLINE 77 erzielen in Kombination mit der 3-fach-Vergla­sung einen Uw-Wert von 0,8 W/m2. Eine kontrollierte Be- und Entlüftungsanlage mit Wär­me­rück­gewinnung senkt den Energie­bedarf erheblich, Heizener­gie und Brauchwasser­erwärmung erfolgen über die Fern­wär­me. Die Photovoltaik­anlagen auf dem Dach und an der Südseite des Schlauch­turms können zusammen über 50.000 Kilowatt­stunden Strom pro Jahr erzeugen.

Die neue Feuerwache Heidelberg fungiert nicht nur als prägendes Stadtzeichen für das neue Quartier, sondern setzt mit einem schlüssigen Gesamtkonzept funktional, energetisch und ästhetisch neue Maßstäbe.

 

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