Neues „Blatt“ am Palmengarten

Die KfW-Bankengruppe erweiterte ihre Hauptverwaltung um ein neues Gebäude, die so genannte Westarkade. Der Standort befindet sich im Stadtteil Westend in Frankfurt am Main am Rand des Palmengartens und entlang der Zeppelinallee. Schon von weitem sichtbar: die attraktive Fassa-dengestaltung mit Elementen in drei Farben, ausgeführt als Doppelfassade in Elementbauweise, die eigens für die objektspezifischen Anforderungen auf Basis von WICONA Profilsystemen entwickelt wurden.

Die KfW Bankengruppe befindet sich im Besitz von Bund und Ländern. Sie unterstützt als Förderbank seit ihrer Gründung im Jahr 1948 die nachhaltige Entwicklung der wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Lebens- und Wirtschaftsbedingungen in den Bereichen Mittelstand, Existenzgründung, Umweltschutz, Wohnungswirtschaft, Infrastruktur, Bildungsförderung, Projekt- und Exportfinanzierung sowie Entwicklungszusammenarbeit. Im Verlauf von rund 60 Jahren vergab sie fast eine Billion Euro als Darlehen.

Der Neubau komplettiert das vorhandene Gebäude-Ensemble der KfW aus den 70er, 80er, und 90er Jahren. Ziel des Bauvorhabens war es, Raum für etwa 700 Büroarbeitsplätze sowie ein Konferenzzentrum zu schaffen, damit verschiedene Organisati-onseinheiten der KfW zusammenrücken können und die Betriebsabläufe optimiert werden. Die Bank erwartet, „dass sich die Mitarbeiter als Gemeinschaft erleben, mehr miteinander kommunizieren und produktiv Synergien nutzen.“

Aus einem Wettbewerb von 19 Architekturbüros ging die Sauerbruch Hutton Generalplanungsgesellschaft mbH aus Berlin als 1. Preisträger hervor. Sauerbruch Hutton ist ein internationa-les Büro für Architektur, Städtebau und Gestaltung, das 1989 gegründet wurde. Etwa 100 Architekten, Gestalter, Techniker, Modellbauer und Verwaltungsfachleute aus ca. zwölf verschie-denen Ländern arbeiten am Stammsitz in Berlin. Die Projekte wollen „die Freude an der Sinnlichkeit von Raum und Material sichtbar machen.“ Sie gehen einher mit der Beherrschung aktueller Technik und dem intelligenten Umgang mit vorhandenen Ressourcen jeder Art. Das Büro erwarb sich viele nationale und internationale Preise und zeigte seine Arbeit in zahlreichen Ausstellungen.
Der Bauherr entschied sich aus städtebaulichen, architektonischen, funktionalen und wirtschaftlichen Gründen für diesen Entwurf. Ein rund 56 m hoher, im Grundriss einem Blatt ähnlicher Turm ruht auf einem leicht geschwungenen Sockelbau, der die Höhe benachbarter Gebäude aufnimmt. Die organische Form des Ensembles erscheint als Referenz an den benachbar-ten Palmengarten. Variable innere Strukturen gelten heute als wichtige Voraussetzung für den wirtschaftlichen Betrieb eines solchen Gebäudes. So entstand ein „zukunftsoffen“ genanntes Bürohaus. Die Architektur begünstigt Veränderungen und Nut-zungsflexibilität: beispielsweise sich wandelnde Arbeitsprozes-se oder Arbeitsgruppengrößen oder neue Zuordnungen von Arbeitsbereichen.

Über seine 13 Büroetagen hinweg umschließt eine Aluminium-Doppelfassade, welche als Sonderkonstruktion auf Serien des Aluminiumsystemhauses Hydro Building Systems und seiner Marke WICONA aufbaut, den Büroturm der Westarkade. Die Konstruktion der „inneren Fassade“ basiert auf dem Fenstersys-tem WICLINE 77 mit verdeckt liegenden Flügeln bzw. Festverglasungen. Raumhohe farbige Drehflügel öffnen sich nach außen und lassen Licht und Sonne in die Büroetagen. Dieser Teil der Aluminium-Doppelfassade bildet die thermische Hülle und lässt eine natürliche Fensterlüftung zu. Eine mechanische Lüftungsanlage  unterstützt diesen Prozess bei ungünstigen Witterungsverhältnissen. Es handelt sich um ein völlig neues Entlüf-tungskonzept bei Doppelhautfassaden: eine Druckringentlüftung, die horizontal entlüftet. Hierbei werden die Lüftungsklappen, je nach Windrichtung geöffnet und sorgen für eine optimale Wärmeabführung.

Für die „äußere Fassade“ wurde in gemeinsamer Arbeit mit den Fachleuten der FKN Fassaden GmbH & Co. KG aus Neuenstein eine Sonderkonstruktion entwickelt. Sie erscheint im Grundriss betrachtet geschuppt. Teile dieser Doppelfassade sind polygonal gestellt, damit die im Grundriss einem Blatt ähnliche Form entsteht. Motorisch betriebene Klappen mit verdeckt eingebauten Kettenmotoren in der geschuppten Außenfassade sorgen für die notwendige Belüftung im Fassadenzwischenraum. Mit Hilfe von 7500 Quadratmetern Raffstoreanlagen zwi-schen den beiden Fassadenteilen wird der notwendige Schutz vor zu starker Sonneneinstrahlung oder Blendwirkung organisiert.

Beide Fassadenbauteile wurden vollständig in den Werkstätten des Fassadenbauers FKN vorgefertigt und zu einem Gesamteinzelelement verbunden. Diese wurden mit Hilfe von Kränen an speziell gefertigten Konsolen, welche zuvor am Bauwerk montiert worden waren, eingehängt. Analog zum Dichtungs- und Kopplungssystem der Elementfassade Typ WICTEC EL von WICONA wurden die Einzelelemente zur Gesamtfassade verbunden.
Diese Technik bot auch bei einer Sonderkonstruktion wie hier von der Planung bis zur Endmontage umfangreiche Vorteile. Die wiederkehrenden Prozesse führten zu einer sehr effizienten Planung und Ausführung. Durch den hohen Vorfertigungsgrad der einzelnen Elemente und ihre witterungsunabhängige Herstellung in der Werkstatt wird der höchste Qualitätsstand sichergestellt. Das einfache „Einsetzen“ der Elemente am Baukörper ermöglichte die Montage großer Fassadenflächen inner-halb kurzer Zeiten und eine viel schnellere Fertigstellung als dies bei klassischen Fassaden, die vor Ort montiert werden, möglich gewesen wäre.

Und auch im Hinblick auf die ökologische Verantwortung bei solchen Bauwerken zeigt sich die KfW vorbildhaft: Dank hohen baulichen Wärmeschutzes und hocheffizienter Gebäudetechnik soll die Westarkade eines der ersten Hochhäuser weltweit sein, welches mit weniger als 100 kWh pro Jahr an Primärenergie auf den Quadratmeter bezogen auskommt.

 

Fakten BV Westarkade, Frankfurt am Main

Hauptadresse: KfW Bankengruppe
Palmengartenstraße 5-9
60325 Frankfurt am Main
Telefon: 069 74 31-0
Telefax: 069 74 31-29 44
E-Mail: info@kfw.de

Adresse des Neubaus:

Zeppelinallee 4 – 8
60325 Frankfurt am Main

Bauherr:

KfW Bankengruppe

Architekt / Bauleitung:

Sauerbruch Hutton Generalplanungsgesellschaft mbH, Berlin

Bauunternehmen:

ARGE Neubau Westarkade KfW
Ed. Züblin AG, Frankfurt

Fertigstellung:

2010

Gebäudehöhe (Hochhaus):

rd. 56 m hoch

Fassaden und Fenster:

Hydro Building Systems GmbH, Ulm

Fassadenbau:

FKN Gruppe, 74632 Neuenstein

Fachingenieure:

Werker Sobek, Stuttgart
MOSBACHER + ROLL Beratungs- und Planungsgesellschaft
für Fassadentechnik mbH,
88046 Friedrichshafen

Gebäudehülle der Büroetagen im Hochhaus:

8100 qm Aluminium-Doppelfassade als  Sonderkonstruktion basierend auf den WICONA-Systemen  WICLINE 77  und WICTEC EL in den Obergeschossen, zum Teil polygonal
- 7500 qm Sonnenschutz als Raffstoreanlagen im Zwischenraum der Doppelfassaden

WICLINE 77  WICTEC EL

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bilder (300 dpi)

 

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