WICONA Produkte jetzt Cradle-to-cradle zertifiziert

Die Sapa Building Systems GmbH hat mit ihrer Marke WICONA das Cradle-to-cradle (C2C) Zertifikat in Bronze erhalten. Es gilt für die Fensterserien WICLINE 65/75, die Türserien WICSTYLE 65/75 sowie WICSTYLE 77FP und die Fassade WICTEC 50.

Produkte werden heute nicht mehr nur nach ihrer Ästhetik und Funktionalität bewertet, sondern auch nach ihrer Wirkung auf Umwelt, Gesundheit und nach ihrer Eignung für den Materialkreislauf. Als Aluminiumsystemhaus spielt dieses Thema bei Sapa Building Systems schon immer eine zentrale Rolle. Der Cradle-to-cradle Certified Produktstandard geht auf die Wissenschaftler Dr. Michael Braungart und William McDonough zurück und wird vom Cradle-to-cradle Products Innovation Institute, einer gemeinnützigen Gesellschaft mit Sitz in San Francisco (USA), vergeben. Das Verfahren bis zur Zertifizierung führt Designer und Hersteller durch einen Prozess kontinuierlicher Produktoptimierung in Richtung einer Kombination aus anspruchsvoller Ästhetik, technischer Qualität und höchstem ökologischen Standards.

Die C2C Produktzertifizierung setzt einen Paradigmenwechsel in der Denkweise voraus, mit der ein Produkt entworfen, zusammengesetzt und nach dem Gebrauch verwaltet wird. Sie ist ein Leitsystem für Produktdesigner und Hersteller, das zur Schaffung von Produkten führt, die Qualität, Schönheit und Innovation neu definieren.

Um eine der fünf Zertifizierungsstufen (von Basic bis zu Platin) zu erlangen, muss ein Produkt die Mindest-anforderungen der entsprechenden Stufe in allen fünf Kategorien erfüllen. Diese Kategorien lauten:

Materialien: Unter Einbeziehung der Lieferkette wird eine Bestandsaufnahme aller Inhaltsstoffe erstellt, damit diese auf ihre toxikologischen und ökotoxikologischen Eigenschaften hin bewertet werden können. Ziel ist es, schädliche durch unbedenkliche Stoffe zu ersetzen.

Materialkreislauf: Produkte werden so entworfen, dass ihre Bestandteile als Teil des technischen Kreislaufs recycelt werden können. Bei jeder Zertifizierungsstufe müssen Fortschritte erzielt werden, um die Kreisläufe der Materialien zu verbessern.

Erneuerbare Energien und Klima: Dieses Kriterium hat zum Ziel, dass letztendlich 100 % der Produktionsenergie aus erneuerbaren Energiequellen stammt und (somit) die Produktion klimaneutral gestaltet wird.

Wasser: Die Herstellungsprozesse sind so gestaltet, dass Wasser als kostbare Ressource für alle Lebewesen erhalten wird. Bei jeder Zertifizierungsstufe müssen Fortschritte erzielt werden, so dass letztendlich das gesamte Abwasser Trinkwasserqualität erreicht.

Soziale Verantwortung: Das Unternehmen wird so geführt, dass alle Menschen und Ökosysteme mit Respekt behandelt werden und ein ständiger Fortschritt in Richtung einer insgesamt positiven Wirkung auf Menschheit und den Planeten erzielt wird.

„Das Bronze-Zertifikat ist erst der Anfang…“

Philipp Müller, Head of Development bei der Sapa Building Systems GmbH (WICONA), erläutert Hintergründe zur Verleihung des Cradle-to-cradle (C2C) Zertifikates in Bronze an das Ulmer Aluminiumsystemhaus.

Worin liegt die Motivation für WICONA, dieses C2C Zertifikat zu erreichen?
P. Müller: Der C2C-Produktstandard ist ein Designkonzept  und zugleich Bezugssystem, das sich gerade in europäischen Märkten beginnt zu verbreiten. Es geht über eine reine Zertifizierung von Produkten und ein herkömmliches Labeling weit hinaus. In Verbindung mit Circular Economy entstehen neue Geschäftsmodelle, die eine spannende Zukunft gerade im Baubereich erwarten lassen. C2C fokussiert im Vergleich zu Green Building Label mehr auf das Produkt und das produzierende Unternehmen selbst. Die Einflussmöglichkeiten eines Aluminium-Systemhauses wie Sapa Building Systems auf das letztendliche Zertifikat, sind in diesem Prozess insgesamt direkter und auch direkter den einzelnen Parametern zuzuordnen. Wir sehen Cradle-to-Cradle als nächsten Schritt, das Leitbild „Nachhaltigkeit“ der Marke WICONA noch aktiver zu praktizieren und zugleich positive Eigenschaften auf Produktebene noch stärker herauszuarbeiten.

Warum wurde das C2C Verfahren gleich für eine ganze Gruppe von Produkten durchgeführt?
P. Müller: Das WICONA Unisys-Prinzip legt nahe Produktgruppen zu zertifizieren. Wir wollen den Umgang mit C2C einfach halten, das heißt, es sollte für alle Entscheider und Beteiligten am Bau leicht zu verstehen und zu handhaben sein. Wird WICONA ausgeschrieben, erfüllen automatisch die Artikel von Fenster, Türen, Fassaden die C2C-Produktqualität. Man muss nicht mehr besonders darauf achten, ob das richtige Produkt bestellt und geliefert wurde.

Welchen Stellenwert hat das Zertifikat in der Branche bzw. darüber hinaus?
P. Müller: Das C2C-Zertifikat stellt eine Ergänzung und auch Alternative zu den bekannten Gebäudezertifikaten (DGNB, LEED, BREEAM, etc.) dar. Die Kriterien sind direkt auf das Produkt bezogen, nicht auf das gesamte Gebäude. Die Verantwortung des Produktherstellers inklusive seiner kompletten Vorfertigungs- und Lieferantenkette tritt in den Fokus. Die fünf C2C-Kategorien erlauben es, im Zertifizierungsprozess alle Aspekte zu den verwendeten Materialien, dem Herstellungsprozess bis hin zur sozialen Verantwortung des Unternehmens und seinen Impact für die Gesellschaft zu betrachten.

Welche Eigenschaften sind es, die diese Produkte für das Zertifikat prädestinieren?
P. Müller: Design for recycling; hohe sortenreine Trennung der Materialien, da ohne Verbundwerkstoffe; Einsatz rezyklierter Materialien z.B. bei den Dämmstegen sind hier zu nennen. Durch das UNISYS Prinzip werden positive Eigenschaften von Bauteilen automatisch an andere Produkte quasi „vererbt“. Einzelne Artikel werden von strategischen Lieferanten geliefert, die den Gedanken C2C mittragen und durch Innovationen voranbringen.

Welchen Nutzen hat dieses Zertifikat für WICONA und die Partner aus Planung und Metallbau?
P. Müller: C2C verschafft uns als Unternehmen Sapa Building Systems eine höhere und qualifiziertere Aufmerksamkeit im international geprägten Wettbewerbsumfeld und damit bei entsprechenden Ausschreibungen. Unsere Marke WICONA können wir damit werthaltiger und zukunftsorientierter positionieren. Von der Planungsseite her ergibt sich der Vorteil, mit WICONA Systemen automatisch immer mindestens den C2C-Standard Bronze einsetzen zu können, ein Vorteil, mit dem sich auch unsere Metallbaukunden vom Wettbewerb unterscheiden und bei ihren Auftraggebern ins Gespräch bringen können.

Sind theoretisch noch höherwertige Zertifizierungen (Silber oder Gold) denkbar und will man hier tätig werden?
P. Müller: Bronze ist für WICONA nur eine erste Stufe, die zur Präsentation auf der BAU2017 angestrebt wurde.