NEXT Summit - Technology follows Design« - Oder andersrum?

Welche Chancen bietet die digitale Transformation? Renommierte Architekten und Tragwerksplaner beleuchteten diese Frage im Rahmen des NEXT Summit am 23. November 2017 im NEXT Studio in Frankfurt.

Das neue NEXT Studio für Fassade und Design, mit Wicona und seinen Partnern, präsentiert mit der Veranstaltungsreihe NEXT Summit eine Plattform für innovative Themen rund um das Thema Gebäudehülle.

Johannes Kuhnen vom Büro Design-to-Production aus Zürich praktiziert das Prinzip der Digitalen (Vor)fertigung. Unter dem Motto »Komplexität weg von der Baustelle« stellt er die Vorteile anhand von Projekten wie »Edy«, dem Skifahrer vor. Die 19 Meter hohe, sechs Tonnen schwere Skulptur stand für die Ski WM 2017 in St. Moritz. Edy bestand aus 637 Mehrschicht-Holzplatten und wurde in nur 15 Wochen geplant, gefräst und dort zusammengebaut. Die größten Chancen der »Digitalen Transformation« sieht er in der radikalen Änderung der Prozesse. Gewandelt hätten sich in den vergangenen 20 Jahren lediglich die Werkzeuge. Projektbezogene Maschinenprogrammierung und digitale Fertigung böten heute neue und effiziente Möglichkeiten, Prozesse, Logistik und Montage zu optimieren. Die frühe Einbindung der digitalen Fertigung in die Entwurfsphase sowie durchgängige Prozesse sind für ihn besonders wichtig. 

Ein Umdenken bei den Kommunikationsprozessen wünscht sich Matthias Kraemer Vorstandsvorsitzender von SSP aus Bochum. Für ihn bedeutet Innovation ein Prozess. Zentrale Grundregel, diesen zu fördern sind für ihn die Organisation der Kommunikation. Kraemer plädiert für die Abschaffung von Abteilungen. Das Planungsbüro SSP setzt auf interdisziplinäre Kommunikation und integrale Planung.
Wesentlich für die fächerübergreifende Zusammenarbeit sei ein Verständigungsprozess über die Fachgrenzen hinweg der eine gemeinsame Sprache zur Beschreibung und Lösung der Probleme findet. Eine weitere Grundregel für Innovation besteht für ihn in der konstanten Verfolgung von ambitionierten Zielen.

Die Projekte des Tragwerkplaners Boris Peter Partner von Knippers Helbig aus Stuttgart, darunter die Nachhallgalerie in der Staatsoper Unter den Linden in Berlin, bewegen sich zwischen Forschung und Praxis. Peter forderte Prozesse des Wandels und einen anderen Umgang mit der Fehlerkultur. »Verhindert Regulierung Innovation?« Seiner Erfahrung nach braucht Innovation die Bereitschaft, Risiken einzugehen. Sein Ziel ist es »dem Wandel stets voraus zu sein«. Behindert würde dies durch viele Regulierungen, speziell in Deutschland. Im Bereich der Umsetzung der Projekte plädiert er deswegen für ein Umdenken der Vergabeprozesse. Die Digitalisierung führte zu einem Paradigmenwechsel in unserer Planungskultur. Entscheidend sind die Zielparameter. Dabei gilt für ihn weniger ist mehr. 

»Less but better« ist das Motto von Damian Rogan von Eckersley O’Callaghan aus London. »Engineering Transparency« und dessen innovative Entwicklung wurde aus seiner Sicht durch Herausforderungen von Kunden und Architekten sowie einer langjährigen Zusammenarbeit als Team erreicht. Die Ergebnisse, u.a. bei den Hightech-Projekten für die Apple Flagship-Stores und den neuen Apple Campus 2 im kalifornischen Silicon Valley zeigt den beindruckenden Stand der technologischen Möglichkeiten, insbesondere mit dem Werkstoff Glas und deren Umsetzung in der Architektur.

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