ZEB in der Praxis

Ökologische Verantwortung - wir handeln. Machen Sie mit!

Als Zero Energy Building (Null-Energie-Gebäude) wird ein Gebäude bezeichnet, das rechnerisch in der jährlichen Bilanz keine externe Energie (Strom, Gas, Öl) bezieht. Die benötigte Energie (Heizung, Warmwasser, Elektrizität) wird im bzw. am Gebäude selbst erzeugt.

Anhand des Schulungszentrums und des Test Centres demonstriert WCONA neben den funktionalen Besonderheiten als Prüfzentrum für Fenster- und Fassadenkonstruktionen, wie sich ihr Leitbild zum Thema Nachhaltigkeit an einem Gebäude umsetzen lässt. Eine speziell entwickelte Visualisierung zeigt auf den Tag genau alle Energiegewinne und -bedarfe und stellt diese gegenüber.

 

WICONA Test Centre

Zielsetzung war, ein energieautarkes Betriebsgebäude zu betreiben. Über einen ganzheitlichen Planungsansatz wurde die ideale Kombination von Fassade, Gebäudetechnik und Nutzung natürlicher Ressourcen ermittelt. Großzügige Fensterflächen in der Fassade und im Dach erlauben ein Arbeiten weitestgehend ohne Kunstlicht. Gleichzeitig kann auf Kühlung ganz verzichtet werden. Der für Fassadentests nicht unerhebliche Wasserbedarf wurde durch einen geschlossenen Wasserkreislauf mit Zisterne und mehrstufigen Filtern auf ein ökologisch verträgliches Minimum reduziert.

Für Heizen und Kunstlicht ergibt sich ein geplanter Nutzenenergiebedarf von 23 kWh/m²a. Ein Wert, der bereits nahe am Grenzwert für Passivgebäude im Wohnungsbau liegt. Über eine Photovoltaikanlage auf dem Dach des Gebäudes wird dieser Energiebedarf gedeckt. Darüberhinaus wird ein Überschuss erwirtschaftet, der den Betriebsenergiebedarf des Test Centres deckt.

Damit ist das WICONA Test Centre eines der ersten Null-Emissions-Produktionsgebäude.

WICONA Schulungszentrum

Am WICONA Technologiezentrum in Bellenberg wurde die multifunktionale TEmotion-Fassade erstmals an einem Bestandsobjekt – dem WICONA Schulungszentrum – installiert.

Dabei zeigen sich die enormen Vorteile, die TEmotion für Planer und Architekten gerade in bestehenden Objekten bieten kann:

  • Keine Platzeinbußen, da keine zusätzlichen Installationsräume, dadurch verkürzter Planungs- und Ausschreibungsaufwand
  • Fassaden- und Gebäudetechnik aus einer Hand
  • Vorinbetriebnahme und Vorabnahme kann durch Metallbaufachbetrieb erfolgen
  • Fertigung und Montage der reinen Metallbauarbeiten unterscheiden sich nicht von sonstigen WICONA Produkten
  • Einbaufertige Lieferung
  • Kein Lagerbedarf auf der Baustelle 
  • Anschluss durch eindeutig vorcodierte Stecker- und Kupplungsleitungen
  • Reibungslose Inbetriebnahme
  • Verkürzte Gebäudeinbetriebnahmezeit, da Zeitpunkt der Fassadenmontage den Startschuss für die Inbetriebnahme gibt.

Die TEmotion-Fassade in Bellenberg
Diese Vorteile sind an der neuen TEmotion-Fassade des WICONA Schulungszentrums bereits Wirklichkeit geworden. Ausgangssituation in dem 1991 errichteten Gebäude war eine einschalige Fassadenkonstruktion als klassisches Fensterband mit Oberlichtern, ohne Tageslichtlenkung, ohne mechanische Be- und Entlüftung und Kühlung. An heißen Sommertagen ergaben sich in diesem Raum Komforteinbußen durch die fehlende Belüftung und den nicht ausreichenden Sonnenschutz der innenliegenden Vertikallamellen.

Konstruktion
Die neue Fassade des Schulungszentrums besteht aus sechs TEmotion-Elementen in den Maßen 3,10 m x 3,50 m in die zwölf Technikelemente eingesetzt sind. Ausgeführt wurde die Konstruktion als Doppelfassade mit einem Ucw-Wert von 1,0 W/(m²K) und raumhoher Verglasung, aufgeteilt in 30% opak und 70% transparent. Die äußere Einfachverglasung ist grün eingefärbt, um die Optik an das Erscheinungsbild des benachbarten neuen Test Centres anzupassen. Die Innenfassade be-sitzt eine zweifach Wärmeschutzverglasung mit einem Ug-Wert von 1,1 W/(m²K).
Die zwölf Technikelemente enthalten jeweils ein neu entwickeltes Trox-Fassadensystemlüftungsgerät (FSL-Gerät), ausgeführt mit Heiz- und Kühlregister zur Raumklimatisierung und regelbar über einen dreistufigen Ventilator. Die dezentrale Montage ermöglicht den Einsatz hocheffizienter Motoren in jedem Lüfter und damit die Minimierung des Stromverbrauchs.

Stromgewinnung und Lüftung
Jedem Technikelement wurde in der Art einer Brüstungsplatte südseitig monokristalline Photovoltaikmodule mit Hinterlüftung vorgesetzt. Der Strom-Ertrag liegt je TEmotion-Element bei ca. 400 W und wird ins Netz eingespeist.
Zu den weiteren zentralen Bauteilen der TEmotion-Fassade zählen die Lüftungsklappen. Sie ermöglichen während des Tagbetriebes die weitestgehend natürliche kontrollierte Lüftung. Die Luft strömt frei ein, erwärmt sich im Raum und kann an der oberen Lüftungsklappe wieder austreten. Mit dem Einschalten der Raumklimatisierung wird die Luft über die Lüftungsklappen angesaugt, im FSL-Gerät gekühlt oder erwärmt und in den Raum geleitet. Nachts kann der Raum mit kühler Luft gespült werden. Die Lüftungsklappen dienen im Brandfall auch der Ent-rauchung des Raumes.

Licht und Sonnenschutz
Die Tageslichtlenkung, der Sonnen- und Blendschutz erfolgen mit so genannten Lichtlenkjalousien – zweigeteilten Lamellen- Raffstore (Lieferant: Warema). Damit lässt sich die Tageslichtnutzung differenziert steuern und in die gewünschte Richtung dirigieren. Das System sorgt einerseits für sonnen- und blendfreie Zonen, lässt andererseits immer genug Helligkeit in den Raum. Es kombiniert den Schutz vor unerwünschten Blicken mit gleichzeitigem Sichtkontakt nach außen.

Nähere Informationen zu TEmotion 

 

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