Neues Test Centre sichert Qualitätsvorsprung

Ein High-Tech-Neubau in Bellenberg bietet Prüf- und Zertifizierungsmöglichkeiten für Fassaden bis zu 10 m Höhe, für Fenster, Türen und Beschläge. Das Gebäude selbst setzt Zeichen in Punkto Nachhaltigkeit und Energie-Effizienz als weilweit eines der ersten Null-Emissions-Produktionsgebäude.

WICONA hat sein Serviceangebot spektakulär erweitert: am Standort Bellenberg ging jetzt das neue Test Centre in Betrieb. Insgesamt rund 3,5 Mio. € investierte das Ulmer Aluminiumsys-temhaus in den Neubau; zugleich wurde das benachbarte WI-CONA-Schulungszentrum modernisiert und mit multifunktionel-len TEmotion-Fassaden ausgestattet.

Ohne die entsprechenden Prüfzeugnisse und Zulassungen sind komplexe Produkte wie Fassaden oder Fenster heute nicht mehr am Markt absetzbar. Systemprüfungen haben im Stan-dardbereich die Abläufe vereinfacht. Eine Ausnahme bilden Sonderkonstruktionen, Objektlösungen oder generell Anforderungen im Leistungsverzeichnis, die von der Norm abweichen. In diesen Fällen sind individuelle Prüfungen erforderlich. Das neue Test Centre stellt den WICONA-Kunden für all diese Fälle die notwendigen Einrichtungen zur Verfügung.
Ausstattung und Testabläufe wurden in Zusammenarbeit mit dem Institut für Fenstertechnik (ift Rosenheim) entwickelt und abgestimmt. Deshalb entsprechen die in Bellenberg durchgeführten Prüfungen den Ablaufkriterien akkreditierter Prüfinstitute und basieren auf den anerkannten Regeln der Technik. Werden Prüfzeugnisse durch ein akkreditiertes Prüfinstitut gefordert, wird das ift bei der abschließenden Prüfung hinzugezogen und erstellt die Prüfdokumente.

Umfangreiche Ausstattung

Das Test Centre bietet zwei Groß-Fassadenprüfstände, je einen Prüfstand für Fenster und Beschläge, eine Zug-Druck-Prüfmaschine und eine so genannte Hot Box für Wärmedurch-gangsmessungen.
Die Fassadenprüfstände ermöglichen Prüfungen mit maximalen Abmessungen der Prüfkörper von 10 m x 10 m. Innerhalb dieser Grenzen können die Maße vom Kunden frei gewählt werden. Bei der Breite ergeben sich Vorteile, wenn Rastermaße berücksichtigt werden können. Die Fassade wird mit Fassadenankern in der Vorrichtung eingehängt, um die Fassade wird der bauseitige Anschluss nachgebildet.
Folgende Prüfungen können vorgenommen werden:

  • Luftdurchlässigkeit nach EN 12153
  • Statische Schlagregendichtheit nach EN 12155
  • Dynamische Schlagregendichtheit nach EN 13050
  • Widerstandsfähigkeit bei Windlast nach EN 12179
  • Stoßfestigkeit nach EN 14019
  • Tragfähigkeit absturzsichernder Verglasungen nach TRAV

Der Fensterprüfstand ist ausgelegt für Fenster, Türen, Fest-felder und Kombinationen. Die maximale Elementgröße einschließlich Prüfrahmen liegt bei 3,6 m x 2,9 m. Möglich sind folgende Prüfungen:

  • Luftdurchlässigkeit nach EN 1026
  • Schlagregendichtheit nach EN 1027
  • Widerstandsfähigkeit bei Windlast nach EN 12211
  • Belastung mit weichem und schwerem Stoßkörper nach EN 13049

Am Beschlagsprüfstand werden dynamische Beschlags- bzw. Elementprüfungen an Türen und Fenstern bis zu einer Höhe von 4 m durchgeführt. Möglich sind z.B. die Dauerfunktionsprüfung nach EN 1191 und Beschläge für Fenster und Fenstertüren, Anforderung und Prüfverfahren von Dreh-Kipp-, Dreh- und Kippbeschlägen nach EN 13126-8. Getestet werden können Flügelbreiten bis zu 1550 mm.

Auf der Zug/Druck-Prüfmaschine laufen statische Versuche mit Zug- und Druckbelastungen, auch wechselweise. Geprüft werden unter anderem die Bauteilfestigkeit von Konstruktions-details (nach EN 14024), Materialfestigkeiten oder Schrauben-auszugswerte.

Die Hot Box ermöglicht die Bestimmung von Wärmedurchgangskoeffizienten für Rahmenprofile (Uf) nach EN 12412-2, außerdem können neue Dämm-Materialien vermessen, Materialkennwerte verifiziert und Rechenprogramme auf Gültigkeit geprüft werden.

Nachhaltigkeit konsequent umgesetzt
Mit dem neuen WICONA Test Centre demonstriert Hydro Building Systems, wie sich ihr Leitbild zum Thema Nachhaltigkeit am eigenen Gebäude umsetzen lässt. Zielsetzung war, ein energieautarkes Betriebsgebäude zu errichten. Über einen ganzheitlichen Planungsansatz wurde die ideale Kombination von Fassade, Gebäudetechnik und Nutzung natürlicher Res-sourcen ermittelt. Großzüge Fensterflächen in der Fassade und im Dach erlauben ein Arbeiten weitestgehend ohne Kunstlicht. Gleichzeitig kann auf Kühlung ganz verzichtet werden. Der für Fassadentests nicht unerhebliche Wasserbedarf wird durch ei-nen geschlossenen Wasserkreislauf, mit Zisterne und mehrstu-figen Filtern, auf ein ökologisch verträgliches Minimum redu-ziert. Für Heizen und Kunstlicht ergibt sich ein Nutzenergiebe-darf von lediglich 23 kWh/m²a, ein Wert nahe am Passivhaus-standard. Über eine Photovoltaikanlage auf dem Dach wird die-ser Energiebedarf gedeckt. Der Überschuss von 30.000 kWh/a deckt den Betriebsenergiebedarf des Test Centres. Damit ist das WICONA Test Centre eines der ersten Null-Emissions-Produktionsgebäude.

Vorteile für die WICONA-Kunden
„Bislang mussten die Bauteile zur Prüfung an zertifizierte Prüfinstitute transportiert werden“, erläutert Ulrich Deiniger, Leiter Testing in Bellenberg, „jetzt können wir selbst einen zeitnahen und direkten Service für unsere Kunden anbieten. Das ver-schafft ihnen und uns einen Wettbewerbsvorteil.“ Prüfkörper direkt aus der Serieproduktion können getestet werden, da die Maße der modularen Prüfstände flexibel anpassbar sind. Im direkt ans Test Centre angegliederten WICONA Technologie Centre mit Musterwerkstatt lassen sich beispielsweise vom Kunden produzierte Prüfkörper vor dem Einbau in den Prüfstand kontrollieren. Eventuell noch erforderliche Korrekturmaß-nahmen können direkt vor Ort flexibel und mit geringstem Zeit- und Kostenaufwand durchgeführt werden.

WICONA Test-Center

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