Auf den Spuren Roald Amundsens…

Exakt 100 Jahre sind vergangen, seit der legendäre norwegische Antarktis-Pionier als erster Mensch zum Südpol gelangte. Die unwirtliche Region ist heute ein internationaler Forschungsstandort für Meteorologie, Klimatologie und Astrophysik. 2012 wird dort die von Indien errichtete „New Indian Research Station Bharati“ ihre Arbeit aufnehmen. Für das futuristisch gestylte Forschungsgebäude kommen unter anderem hochwärmegedämmte Aluminium-Konstruktionen und Brandschutzfenster von WICONA zum Einsatz.

Die indischen Auftraggeber vertrauen bei dem Projekt auf die Erfahrung und Ingenieurskunst „Made in Germany“.
Geplant wurde die Station von der IMS Ingenieurgesellschaft mbH und bof Architekten aus Hamburg in einer speziellen, rationell vorgefertigten Containerbauweise. Als Generalunternehmer fungiert die Kaefer Construction GmbH. Die Bremer Spezialisten für Isolierung und Innenausbau in den Bereichen Industriegebäude, Offshore und Schiffbau beauftragten in Abstimmung mit den Planern die Bremer Lenderoth GmbH mit dem Bau der Außenfassade und dem inneren Brandschutz für die Forschungsstation.

Entwicklungsdetails und Konstruktion der Aluminium-Fassade orientieren sich an den extremen Wetterbedingungen der Südpolregion. Thermische und mechanische Belastungen durch Blizzards mit riesigen Schneemengen und rasenden Windge-schwindigkeiten sowie Temperaturen von -40°C und darunter stellen höchste Anforderungen an das Material. Um den Forschern einen großzügigen Ausblick auf die Polarregion zu bieten und einem Gefühl der Beengtheit entgegenzuwirken, ist ein großer Anteil der Fassade verglast. Die Außenhülle besteht in diesem transparenten Bereich aus einer speziell modifizierten Pfosten-Riegel-Konstruktion mit hochwärmegedämmten Aluminium-Paneelen und dreifach isolierten Glaselementen mit einer Neigung von bis zu 15° an den beiden Stirnseiten. Basis hierfür ist die WICONA Serie WICTEC 50 HI in einer modifizierten HI (High-Insulated) Version. Mit diesem Aufbau erreicht die Fassade einen Ucw-Wert von 0,8 W/(m²K).
Durch die Bauweise mit vormontierten Elementen passte sich die Fassadenkonstruktion dem notwendigen Modularkonzept des Auf- und Abbaus bei der Testmontage in Duisburg und für die Endmontage am antarktischen Zielort flexibel an.
Bei den Container-Innenelementen stand für die Bremer Metallbauer das Thema Feuerschutz im Vordergrund. Lenderoth baute hierzu Brandschutztüren (T-30) auf Basis der WICSYTLE 77 in der Version FP (Fire-Protected). Erstmals zum Einsatz kamen WICONA Lochfenster in Brandschutzklasse F-30 mit Drehflügeln. Dazu wurde die neue Serie WICLINE evo speziell den geforderten Brandschutztests unterzogen.

Die aus 134 Containern bestehende Station gelangte per Schiff vom Verladeort Antwerpen zunächst nach Kapstadt, wo nochmals 50 Container für das Bau-Camp, weiteres Ausrüstungsmaterial und das 50köpfige Montageteam an Bord genommen wurden. Vom Kap aus waren es noch rund 5.200 km bis zum endgültigen Standort „Larsemann Hills“ am Nordrand der Antarktis. 15.000 km von diesem Zielort entfernt, im Duisburger Binnenhafen, war die Station Bharati im Sommer dieses Jahres schon einmal zur Probe errichtet worden. Dabei wurden die einzelnen Container fertig ausgerüstet, alle Ein- und Anbauten anschließend hochseetauglich fixiert.
Am Zielort bleibt für den Aufbau nur ein begrenztes Zeitfenster im antarktischen Sommer bis etwa März 2012, da dürfen keine Teile fehlen, alle Montageschritte müssen perfekt passen. Ob dieses logistische Meisterstück gelingt entscheidet sich derzeit, denn der Bau der Station hat begonnen.

Im Januar 2012 wird eine zweite Schiffsladung das restliche Material für den Endausbau der Forschungsstation Bharati anliefern. Zum geplanten Fertigstellungstermin März/April werden dann etwa 25 Experten die Polarstation in Betrieb nehmen, dort leben und arbeiten.

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